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Fuß- und Fingernägel

Wir haben den Text über die Nagelbeteiligung im Sommer 2013 aktualisiert. Bitte laden Sie sich den Text als pdf-Datei hier herunter.

 

 

Psoriasis arthritis - Schuppenflechte in den Gelenken

Schuppenflechte ist eine sich selbst aufschaukelnde Entzündungskrankheit. Sie kann auf der Haut auftreten, aber auch an Gelenken, Sehnen und Weichteilen (Psoriasis Arthritis), an Nägeln, Händen und Füßen. Mit Psoriasis ist man gefährdeter als Gesunde, weitere, zum Teil schwere „Begleit-Erkrankungen“ zu bekommen. Deshalb sollte man eine Psoriasis angemessen behandeln, um problematische Folgen von Begleit-Erkrankungen auszuschließen. Für die Psoriasis Arthritis (PsA) gilt: Je früher sie erkannt und behandelt wird, desto eher besteht die Chance, dass sie weniger schlimm verläuft.

Bei Schmerzen unbedingt sofort zum Arzt gehen
Viele Menschen leben lange mit Schmerzen, ohne damit zum Arzt zu gehen. Für eine erfolgreiche Therapie muss aber schon bei den ersten Anzeichen abgeklärt werden, ob es sich um eine Abnutzung (Arthrose) oder eine Entzündung (Arthritis) der Gelenke handelt. Eine PsA ist nicht heilbar und kann manchmal sehr aggressiv verlaufen. Aber mit heutigen Mitteln kann man den Prozess hinauszögern oder anhalten. Wer zu spät zum Arzt geht, riskiert im schlimmsten Fall, dass Gelenke zerstört werden oder die Wirbelsäule sich versteift. Der richtige Facharzt dafür ist der (internistische) Rheumatologe evtl. auch ein Orthopäde. Inzwischen sind viele Dermatologen so gut weitergebildet, dass sie ebenfalls eine PsA diagnostizieren können. Beim Gesundheits-Lotsendienst der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (Tel. 030 31 003 222) oder auf deren Internetseite kann man Arzt-Adressen erfahren. Bei Verdacht auf PsA ist eine Früherkennung außerdem in den „Rheumasprechstunden“ möglich:
Charité (030 450 51 30 60),
Immanuel Krankenhaus Wansee (030 80 50 52 92),
Immanuel Krankenhaus Buch (030 94 79 23 70) oder
Schlosspark-Klinik (030 32 64 13 29.)

Diagnose kann sich schwierig gestalten
Im Frühstadium ist eine PsA schwer nachweisbar. Sie kann leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. Es gibt typische Hinweise, die für eine PsA sprechen. Der Betroffene hat länger anhaltende Schmerzen und Schwellungen
➢ an einzelnen Fingern oder Zehen („Wurstfinger“). Er kann z.B. keine Faust ballen und der (Ehe-) Ring passt nicht mehr.
➢ an den gleichen Gelenken verschiedener Finger oder Zehen,
➢ an beliebig anderen Gelenken, z.B. Schulter-, Hüft- oder Kiefer-Gelenk,
➢ an Sehnen (Achillessehne, Sehnenscheiden), Fersenbeinen, Rippenansätzen, Fußsohlen oder Fußmuskeln, in der Brustbein-Region, v.a. im oberen Teil.
➢ tief im Kreuz, die vor allem frühmorgens auftreten, so dass er davon oft wach wird. Sie bessern sich erst mehrere Stunden nach dem Aufstehen.
➢ und seine Wirbelsäule ist morgens für 2-3 Stunden steif bzw. wird im Laufe der Zeit immer unbeweglicher.

Die Symptome können schubartig mit längeren Unterbrechungen auftreten. Zum Beispiel hat der Betroffene einige Wochen schwere Schmerzen. Dann geht die Schwellung wieder zurück und kommt (manchmal erst nach Jahren!) wieder. Außerdem können über die Jahre verschiedene Gelenke betroffen sein. Die Ursache von Schmerzen und Schwellungen kann eine PsA sein, wenn der Betroffene eine Psoriasis auf der Haut oder noch typischer an den Nägeln hat bzw. sie früher gehabt hat. Oder wenn es solche Fälle in der Familie gibt. Aber eine PsA kann sich auch ohne vorherige Haut-Psoriasis entwickeln. Andererseits können Menschen mit einer Haut-Psoriasis selbstverständlich auch andere Gelenk-Erkrankungen bekommen. Der Arzt sollte mit dem Patienten immer einen PsA-Fragebogen (z.B. GEPARD) durchgehen. Knochen-Neubildungen oder –Anbauten (Spangen, Randzacken, Höcker, Auflagerungen, Wulste) gelten als verlässliche Vorzeichen für eine PsA.

Untersuchungs-Verfahren
Eindeutige Nachweise für eine PsA im Blut gibt es nicht. Blutwerte können lediglich darauf hinweisen, dass es im Körper Entzündungsherde gibt. Wenn typische Rheuma-Marker fehlen, kann man eine rheumatische Arthritis ausschließen. Ein erhöhter Harnsäure-Wert dagegen ist ein Hinweis auf eine PsA.
Röntgenbilder zeigen erst etwas, wenn die Knochen schon verändert sind, d.h. die PsA schon fortgeschritten ist. Anfängliche Knorpel-Veränderungen sind nicht erkennbar.
➢ Bei der Szintigraphie wird eine schwach radioaktive Substanz gespritzt, die sich an den entzündeten Knochen besonders deutlich ablagert. Mit einer speziellen Kamera werden die Gelenke dann fotografiert. Entzündungen lassen sich schon nachweisen, wenn noch keine Schmerzen auftreten. Das Verfahren ist aber aus der Mode gekommen.
➢ Mit Ultraschall kann man erkennen, ob eine Gelenk-Innenhaut verdickt ist. Daran muss aber nicht die PsA schuld sein.
➢ Bei der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) (auch: Kernspin-Tomographie) werden Durchblutungs-Störungen sichtbar gemacht, die auf Entzündungen an Knochen, Knorpel und Gelenk-Innenhaut hinweisen. Das Verfahren ist völlig strahlungsfrei. Die Ergebnisse sind ziemlich genau.
➢ Bei der Licht-Fluoreszenz (Rheuma-Scan) wird ein Farbstoff gespritzt, mit dem Entzündungen an den Fingergelenken durch Infra-Rotlicht ungefährlich erkannt werden kann.

Medikamente lebenslang einnehmen?
Eine Basistherapie braucht mindestens zwei Monate, bis sie anschlägt. Die Patienten müssen Medikamente einnehmen, die nicht nur die Entzündung hemmen, sondern auch den Schmerz lindern oder beseitigen. Denn wer schmerzfrei ist, bewegt seine Gelenke wieder. Viele müssen lebenslang Medikamente schlucken! Bei der PsA gibt es aber jahrelange Stillstände. Dann können Medikamente abgesetzt werden, solange noch keine Knochen angegriffen sind. Deshalb ist es wichtig, dass die Patienten dem Arzt ältere Röntgenunterlagen vorlegen. Nur im Vergleich kann er feststellen, welche Knochenveränderungen bedeutend sind.

Medikamente machen beschwerdefrei, solange das Medikament eingenommen wird. Aber es gibt kein Medikament, das die PsA heilt. Man sollte immer wieder testen, ob man nicht mit weniger starken Medikamenten auskommt. Es kann entweder versucht werden, niedriger zu dosieren oder sich „auszuschleichen“. Viele Patienten lehnen Mittel ab, wenn sie von den Nebenwirkungen hören. Sie gehen damit das Risiko ein, dass ihre Gelenke zerstört werden. Was wirkt hat fast immer auch Nebenwirkungen. Wenn man die kennt und beobachtet, kann man eine Therapie damit verantworten.

Kortisonfreie Anti-Rheumatika (NSAR) sind Schmerz- und Entzündungshemmer wie Diclofenac® und Ibuprofen®. Sie wirken rasch, reichen aber in schwereren Fällen oft nicht aus. Mögliche Nebenwirkungen sind Magengeschwüre, Magenblutungen oder Magendurchbrüche (erkennbar am schwarzen Stuhlgang Teerstuhl“).

Methotrextat (MTX) ist ein Standard-Wirkstoff bei der PsA. Die Spritze bzw. der Pen wirkt besser als die Tabletten. Weil es Leber und Magen belastet, muss nach 24 Stunden Folsäure eingenommen werden. Zu viel davon neutralisiert aber die Wirkung von MTX. Die häufigste Nebenwirkung sind erhöhte Leberwerte, die deshalb regelmäßig überwacht werden müssen. Empfohlen wird, auf Prokollagen-III-Peptid zu testen. Wegen dieser regelmäßigen Kontrollen gibt es unter MTX deutlich weniger Lebererkrankungen, als früher noch befürchtet. Trotzdem sollten Patienten mit Leber-Vorerkrankungen nicht mit MTX behandelt werden. Ebenfalls kontrolliert werden muss, ob die Lymphozytenzahl relativ abnimmt.
Zwar muss verhütet werden, aber ein unter MTX gezeugtes Kind hat kein höheres Risiko für Missbildungen.
MTX wird vielfach in Kombination mit einem Biologikum gegeben, um dessen Wirkung zu stabilisieren.

Leflunomid, wie z.B. Arava® ist ebenfalls gebräuchlich. Der Wirkstoff verlangsamt Gelenkzerstörungen und soll sie sogar aufhalten. Unbedingt müssen Leberwerte und Blutdruck regelmäßig kontrolliert werden. Es gibt Patientengruppen, für die der Wirkstoff ausgeschlossen ist. Unangenehmste Nebenwirkung kann Durchfall sein.

Ciclosporin ist ein starkes Medikament aus der Organ-Transplantation. Sandimmun® oder Immunosporin® sind für die PsA nicht zugelassen und werden off-label verschrieben, wenn Patienten andere Medikamente nicht vertragen. Auch hier gibt es zahlreiche Fälle, für die Ciclosporin nicht in Frage kommt. Die Nierenfunktion muss regelmäßig kontrolliert werden. Einige Ärzte ziehen Ciclosporin dem MTX vor, weil es weniger Nebenwirkungen (z.B. Leberschäden) habe.

Kortison („Gluko-Kortikoide“) sollte wegen der Nebenwirkungen nur in sehr schweren Fällen eingesetzt werden. Es wird direkt in die befallenen Gelenke gespritzt. Maximal 4x pro Jahr in das gleiche Gelenk. Die Haut-Psoriasis kann sich dadurch verschlechtern.

Sulfasalazin wird off-label verschrieben, wenn die Wirbelsäule betroffen ist. Unbedingt müssen Leber- und Nierenwerte regelmäßig kontrolliert, Blutbildung und Sulfonamid-Allergien beobachtet werden.

➢ Apremilast (Otezla®) wird als Tablette gegeben. Es sind keine regelmäßigen Laboruntersuchungen erforderlich! Frauen mit Kinderwunsch sollten vorsichtshalber nicht damit behandelt werden. Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit oder Gewichtsverlust sind möglich.

Biologika („Biologics“) gehören zu den Wirkstoffen, die schwer Betroffenen sehr gut helfen können. Hochkompliziert setzen sie direkt dort an, wo im Körper Entzündungs-Botenstoffe ausgeschüttet werden. Wie bei allen Psoriasis-Medikamenten wird das Immunsystem gezielt geschwächt. Ihre Entwicklung ist noch lange nicht abgeschlossen, weil immer genauer erforscht wird, welcher Signalstoff z.B. eine PsA auslöst. Keines der Biologika wirkt bei jedem Patienten gleich gut; die neueren aber in immer mehr Fällen. Wegen ihres hohen Preises werden sie meist erst dann eingesetzt, wenn andere Therapien nicht gewirkt haben. In schweren Fällen werden sie aber auch als erstes inneres Medikament verschrieben („First-Line-Therapy“).

Biologika – gelobt und gefürchtet
Biologika werden von der Mehrheit der Ärzte als letzte Möglichkeit in schweren Fällen empfohlen. Trotzdem ist die Angst von Patienten vor schweren Nebenwirkungen gerade bei dieser Wirkstoffgruppe besonders hoch. Am häufigsten treten Infektion auf, d.h. Entzündungen der Lungen (Pneumonie) und des Bindegewebes (Phlegmone). Behandelnde Ärzte weisen darauf hin, dass es inzwischen über 20 Jahre Erfahrung mit dieser Wirkstoffgruppe gibt – hauptsächlich in der Rheumatologie. Schwere Nebenwirkungen können bei 1 bis 2 Prozent der Patienten auftreten.

Aber es gibt ein dichtes Netz an Überwachung: Die Biologika sind vor Zulassung weltweit an zehntausenden Patienten getestet worden. In nationalen und internationalen Registern werden laufend Auffälligkeiten gesammelt. Keine Medikamentengruppe wird derart umfangreich auf Nebenwirkungen beobachtet. Biologika helfen denjenigen, die schwer betroffen sind und bei denen andere Mittel nicht angeschlagen haben. Sie wirken schneller und es gibt keine Nebenwirkungen auf die inneren Organe, wie bei bisherigen PsA-Medikamenten.

Wesentlich ist, dass sich außerdem die Lebensqualität dieser bisher Schwerkranken erheblich verbessert. Generell haben Menschen mit einer chronisch entzündlichen Krankheit ein höheres Risiko für Infekte, Tumore oder schwere Begleiterkrankungen. Es ist die Entzündung im Körper, die das begünstigt. Wer eine Psoriasis Arthritis nicht oder nur halbherzig behandelt, geht möglicherweise ein hohes Risiko ein.

Radio-Syno-Viorthese (RSO) ist ein Verfahren, bei dem Radioaktivität in niedriger Dosierung ins Gelenk injiziert wird. Damit soll die Entzündung „zerstrahlt“ werden. Die entzündete Gelenkschleimhaut wird „verschorft“, wandelt sich in Bindegewebe um und die Schwellung verschwindet. Gleichzeitig werden die Lymphozyten (Abwehrzellen) zerstört, die die Entzündung fälschlicherweise bewirkt haben. Die Strahlenbelastung entspricht der einer normalen Röntgenaufnahme. Man kann das nur machen, wenn wenige Gelenke betroffen sind. Dieses Verfahren ist eine Alternative zur Operation oder zu nebenwirkungsstarken Medikamenten. Bei der Gelenk-Innenhaut muss man eventuell mehrmals behandeln.

➢ Gute Erfolge bietet ein Aufenthalt in der Kältekammer. Es genügt, vier Wochen dreimal täglich für höchstens drei Minuten in eine Kältekammer bei Temperaturen von Minus 110 Grad C zu gehen. Dadurch sinkt kurzfristig die Hauttemperatur auf +12 Grad C und beeinflusst T-Helfer- und T-Supressor-Zellen. Die Gelenkschmerzen verschwinden für längere Zeit, Schwellungen gehen zurück und die Gelenke werden beweglich, um gymnastische Übungen machen zu können. Leider muss diese Therapie privat bezahlt werden. Das Immanuel-Krankenhaus in Berlin-Wannsee bietet diese Therapiemöglichkeit an.

Naturmittel: Wer der Schulmedizin gegenüber misstrauisch ist, sucht nach natürlichen Mitteln. Es gibt immer wieder Fälle, in denen Öle oder Weihrauch erfolgreich die PsA eingedämmt haben. Deshalb lohnt es sich, solche Mittel auszuprobieren. Aber man sollte sie nicht anwenden, wenn die PsA gerade sehr akut ist und dringend behandelt werden muss. Außerdem sollte man nicht zu viel Geld investieren. Was nach sechs Wochen nicht fühlbar wirkt, kann man getrost absetzen!

Einige Patienten haben gute Erfahrung gemacht mit Ölen in verschiedener Form: Fisch-, Lein-, Flachs- und Kümmelöl haben vor allem einen hohen Anteil an Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. Es gibt verschiedene Nahrungsergänzungsmittel, in denen solche Öle enthalten sind.

Inzwischen liegen seriöse Erfahrungen mit Weihrauch vor. Bei etlichen Patienten besserte das Präparat H 15 Gufic® die Gelenk-Pso. Es handelt sich dabei um ein Trockenextrakt aus dem Harz des indischen Weihrauchbaums. Auf ärztliche Verordnung kann es jede Apotheke besorgen. Aber Vorsicht: Nachdem sich herumgesprochen hat, dass Weihrauch gegen chronische Entzündungen aller Art helfen kann, werden zahlreiche ähnliche Präparate angeboten. Keines davon kann es mit dem Original aufnehmen.

Gelenke bewegen, nicht schonen
Wer akut betroffen ist, wird mit Physio- und Ergotherapie behandelt. Das A und O sind tägliche krankengymnastische Übungen oder Reha-Maßnahmen. Wer glaubt, sich zu schonen, verschlimmert die Situation, weil auch entzündete Gelenke weiter „geschmiert“ werden müssen. Krankengymnastik mit Fango, Moor oder Wasser soll Schmerzen lindern und die Gelenkfunktionen verbessern.

Ernährung
Es gibt keine eindeutige Diät, mit der Rheuma oder Psoriasis Arthritis [allein] behandelt werden könnten. Auch wenn das von einigen „Rheuma-Diät-Schulen“ sehr überzeugend behauptet wird. Alle Ernährungsempfehlungen für Psoriatiker und für Rheumatiker gelten auch bei der Psoriasis Arthritis. Grundsätzlich kann eine Diät oder eine Fastenkur die Behandlung unterstützen. In leichten Fällen kann man dadurch sogar monatelang Medikamente absetzen. Aber welche Diät „die richtige“ ist, muss man leider selbst ausprobieren. Das heißt, man beobachtet bei sich selbst, welche Lebensmittel die Gelenk-Psoriasis negativ beeinflussen. Wer wichtige Nahrungsmittelgruppen weglassen will, sollte sich unbedingt vorher beraten lassen. Nicht jede Rheuma-Diät berücksichtigt, was passiert, wenn man dem Körper wichtige Stoffe vorenthält. Schnell kommt es zu Mangelerscheinungen.

Diätvorschläge
• Säurefreie und allergiearme Kost gibt es in Bioläden und Reformhäusern. Als absolutes Spitzenprodukt gilt Spirulina, das ist eine (teure) Algenart.
• Glutenfreie Diät, d.h. keine Produkte aus Getreide wie Weizen, Hafer, Gerste oder Roggen (Brot, Backpulver, Gerste, Bier, Bulgur, Getreideflocken, Couscous, Mehl, Teigwaren).
• Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-6-Fettsäuren (Maiskeimöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Weizenkeimöl, Safloröl, Mohnöl und Margarine) oder Omega-3- Fettsäuren (Hering, Makrele, Lachs, Sardinen, Thunfisch , Fischöle, Rapsöl, Sojaöl, Leinsaat, Leinöl, Walnüsse und grünblättriges Gemüse wie Portulak, Blattspinat).
• Zusätzliche Aufnahme von Anti-Oxidantien (Vitamin A, C, E, Beta-Carotin), die die so genannten „freien Radikalen“ einfangen.
• Zu den eher klassischen Diät-Vorschlägen gehört, sich rein vegetarisch bzw. lakto-vegetarisch zu ernähren (erlaubt sind Molkereiprodukte), d.h. keine tierischen Eiweiße aufzunehmen. Starker Alkohol- und Zigarettenkonsum stehen ebenfalls unter dem Verdacht, die Psoriasis Arthritis negativ zu beeinflussen.

Vorsicht vor Übergewicht
Menschen mit einer ausgeprägten Psoriasis Arthritis dürfen kein Übergewicht bekommen. Das belastet vor allem die Gewicht tragenden, erkrankten Gelenke. Wer Gelenkschmerzen hat, bewegt sich sowieso schon weniger und neigt allein dadurch dazu, das Normalgewicht zu übersteigen. Bei manchen kommt hinzu, dass sie aus Frust oder zum Trost besonders kalorienreiche Nahrungsmittel aufnehmen (Süßigkeiten, Pommes, Chips o.ä.). Wem es schwer fällt, seine Ernährung völlig umzustellen, der sollte sich zubilligen, dass gutes Essen und Trinken der Seele gut tut. Wer nicht total ungesund lebt, sollte mit seinem Arzt darüber sprechen. Denn es ist schon schwer genug, mit steifen und schmerzhaften Gelenken leben zu müssen. Da muss man nicht auf Biegen und Brechen auch noch auf kulinarische Genüsse verzichten.

Gut informiert ist die halbe Gesundheit
Als Patient sollte man sich unbedingt regelmäßig und seriös darüber informieren, welche neuen Erkenntnisse, Therapien und Medikamente es gibt. Nur so kann man die Therapieentscheidungen des Arztes verstehen und unterstützen und ist gewappnet gegen angebliche Wundermittel und unseriöse Heilsversprechen.

Wir haben bei unserer Selbsthilfearbeit festgestellt, dass es wichtig ist, über die eigene Krankheit umfassend und vor allem seriös informiert zu sein. Dazu machen wir das Internetportal www.Psoriasis-Netz.de bzw. für Kinder, Jugendliche und Mitbetroffene www.Psoriasis-Kids-de. Über Berlin werden Sie von uns auf www.Psoriasis-Forum-Berlin.de informiert. Außerdem empfehlen wir die einzige frei verkäufliche Zeitschrift für Menschen mit Schuppenflechte in Deutschland, PSO aktuell. Sollten Sie noch überhaupt nichts über Ihre Krankheit wissen, raten wir Ihnen eines, besser zwei bis drei Fachbücher für Betroffene darüber zu lesen. Eine aktuelle Literaturliste finden Sie hier.

Haben Sie noch weitere Fragen? Dann dürfen Sie sich gerne uns wenden!

r.b.

Stand: September 2016


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hinweise:
Weitere Informationen über Psoriasis Arthritis können Sie auf Rheuma-Online nachlesen.
 

Begleiterkrankungen

Wer an Psoriasis erkrankt ist, leidet häufiger als die Normalbevölkerung gleichzeitig an Herz-/Kreislauf- und Gefäß-Erkrankungen (incl. Bluthochdruck), Fettleibigkeit (Adipositas), Diabetes, Psoriasis Arthritis, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Fett-Stoffwechsel-Störungen, Fibromyalgie, Zahnfleisch-Entzündungen oder Depressionen. Vermutet wird, dass auch chronische Nierenschwächen und Schwangerschaftsprobleme dazu gehören.
 
Diese typischen Begleiterkrankungen (med. Komorbiditäten) treten selbst bei Patienten mit leichter Psoriasis öfters auf. Stärker gefährdet sind aber diejenigen, die eine schwere Psoriasis haben. Schon bei Kindern mit Psoriasis können diese Krankheiten häufiger festgestellt werden, als bei Gleichaltrigen. Wer schon in jüngeren Jahren eine schwere Schuppenflechte hat, lebt gefährlich, wenn nicht gleichzeitig die Begleiterkrankungen mitbehandelt werden. Niemand stirbt an seinen Schuppen, sondern z.B. an Herzinfarkt oder Schlaganfall.
 
Patient und Arzt müssen auf auf typische Begleiterkrankungen achten; vor allem bei jungen Patienten, die nicht regelmäßig zum Hausarzt gehen. Damit der Arzt die Anzeichen erkennen kann, gibt es entsprechende Fragebögen (z.B. GEPARD, CASPAR, PsoMorbi, PsoCom). Patienten sollten im eigenen Interesse die Frage nach Alkohol- und Zigarettenkonsum ehrlich beantworten. Alle 12 Monate (bei schwerer Psoriasis alle 6 Monate) sollten Puls, Blutdruck, Body-Mass-Index (BMI) sowie die Werte für Nüchtern-Bluttfett und Nüchtern-Blutzucker überprüft werden. Nur so können früh genug Fettstoffwechsel-Störungen, arterielle Hypertonie, Adipositas oder Diabetes erkannt werden.
 
Alle genannten Begleiterkrankungen können durch innerliche Entzündungsprozesse ausgelöst und verstärkt werden. Früher ging man z.B. davon aus, dass Psoriatiker an Fettleibigkeit erkranken, weil sie undiszipliniert leben. Heute weiß man, dass das Übergewicht bei Psoriatikern krankheitsbedingt sein kann. Entzündungs-Botenstoffe der Psoriasis nähren das Bauchfett und umgekehrt. Wer sein Gewicht verringert und sich mehr bewegt, erhöht die Chance, seine Psoriasis erfolgreich zu behandeln. Das gilt vermutlich auch für die anderen Begleit-Erkrankungen: Sie müssen so früh wie möglich erkannt und gezielt behandelt werden. Nur dann kann sich das positiv auf die Psoriasis-Therapie auswirken.
 
Wer seine Psoriasis erfolgreich behandelt, wird seltener oder weniger ausgeprägt an der Begleit-Erkrankung leiden. Für einige ist das bereits nachgewiesen.
 
Als seltene Begleit-Erkrankungen gelten Neurodermitis, allergisches Asthma, Heuschnupfen, Nesselsucht (Urtikaria) und das allergische Kontakt-Ekzem.
 
Als häufige Begleit-Erkrankungen der Psoriasis dagegen gelten

Psoriasis Arthritis (Gelenk-Schuppenflechte) 
Jeder Psoriatiker, der Schmerzen in den Gelenken hat, sollte sich sofort auf Psoriasis Arthritis untersuchen lassen – möglichst beim Rheumatologen. Je später der Patient zum Arzt geht, desto geringer ist die Chance, die Krankheit gut behandeln zu können: Unbehandelt treten schon nach zwei bis vier Jahren bei vielen Patienten Schädigungen an den Gelenken auf, die nicht mehr rückgängig gemacht werden können.
Je höher der Body Mass Index ist, desto schwerer ist die Psoriasis Arthritis. Aus der Rheumatologie weiß man, dass sich Bio- und Entzündungs-Marker im Blut unter einer effektiven Therapie verbessern.

Herz- / Kreislauf- und Gefäß- Erkrankungen
Dazu zählen Arteriosklerose, Arterienverkalkung, Gefäßverschluss, Durchblutungsstörungen, Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Herzflimmern, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Vorzeichen dieser lebensgefährlichen Erkrankungen ist das Metabolische Syndrom (tödliches Quartett). Das bedeutet, dass bei einem Patienten mehrere Risikofaktoren gemeinsam auftreten. Dazu gehören:
Fettleibigkeit (Adipositas): Body-Mass-Index (BMI>30) und bauchbetonte Adipositas (bei Männern Taillenumfang über 94 cm, bei Frauen Taillenumfang über 80 cm).
Diabetes: Nüchternblutzuckerwerte über 100 mg/dl. Bluthochdruck: über 130 systolisch, über 85/95 diastolisch (130/ 85 oder 95)
Fettstoffwechselstörung bzw. Triacylgyceride über 150 mg/dl. LDL-Cholesterin erhöht, HDL – Cholesterin erniedrigt (Männer unter 40 mg/dl, Frauen unter 50 mg/dl). Harnsäurespiegel-Erhöhung (Hyperurikämie), über 6,0 mg/dl bei Frauen und über 8,0 mg/dl bei Männern.
Krankheiten des Metabolischen Syndroms sind teilweise erblich bedingt und werden durch eine ungesunde Lebensweise (fettreiche Kost, körperliche Inaktivität, Stress, Rauchen, Alkohol) verstärkt.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Dazu gehören Morbus Crohn (Entzündung im gesamten Magen-Darm-Trakt von der Mundhöhle bis zum After), Colitis ulcerosa (entzündlichen Befall des Mastdarms und Dickdarms) und Zoeliakie / Sprue (chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut auf Grund einer Überempfindlichkeit gegen Gluten).

Fibromyalgie-Syndrom (Weichteil-Rheuma)
Es handelt sich dabei um chronische, generalisierte Schmerzen im Bereich der Muskulatur, des Bindegewebes und der Knochen. tritt bei Frauen mit Psoriasis fast doppelt so häufig auf, als bei Männern.

Chronische Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) 
Die Nieren funktionieren allmählich immer schlechter. Der Zusammenhang zur Psoriasis sollte beachtet werden, ist bisher aber zu wenig untersucht worden.

Depressionen
Psoriatiker sind unter den Hautkranken mit Depression, Ängsten und Selbstmordgefährdung am stärksten vertreten. Sie sind oft eingeschränkt bei den Aktivitäten des täglichen Lebens wie in ihren sozialen Beziehungen, nehmen ihre Krankheit besorgt wahr und haben Angst vor dem nächsten Schub. Das beeinflusst Psyche und Persönlichkeit und macht Stress.
Stress aktiviert die gleichen Botenstoffe, wie eine Entzündung und kann damit auf Dauer eine Depression auslösen. Bisher ist nicht bewiesen, dass eine Therapie der Psoriasis die Depression verbessert. Viele Patienten sind auch dann noch depressiv, wenn ihre Haut längst abgeheilt ist.

Paradontitis (Zahnfleisch-Entzündung)
Paradontitis und Psoriasis verstärken sich gegenseitig. Die schwere Form führt zu Knochenabbau und Zahnverlust. Viele merken eine Zahnfleisch-Entzündung zu spät. Typische Symptome fallen erst auf, wenn sie dauerhaft auftreten.

Uveitis
Entzündungen innerhalb des Auges können plötzlich auftreten und sich rasch verschlimmern. Patienten müssen sofort zum Arzt gehen, wenn sie Probleme mit den Augen bekommen. Sonst kann das Sehvermögen bedroht sein.
Patienten, bei denen eine Uveitis diagnostiziert wurde, erhalten meist innerliches Kortison verschrieben. Das aber sollte der Augenarzt unbedingt mit dem Dermatologen abstimmen. Eventuell hilft eine innerliche Behandlung der Psoriasis oder Psoriasis-Arthritis ebenso gut gegen die Uveitis.

Schwangerschaftsprobleme
Einige Studien ergaben, dass bei Psoriasis-Patientinnen mehr Komplikationen im Verlauf der Schwangerschaft und bei der Geburt auftreten. Die Ursachen sind noch nicht bekannt. Experten warnen vor Panik, weil bisher zu wenig Daten erhoben wurden. Trotzdem sollten alle Beteiligten darauf eingestellt sein. Sie sollten noch genauer auf erste Anzeichen achten und vor allem übergewichtige Schwangere drängen abzunehmen, rauchende damit aufzuhören.

 

Kliniken bei Psoriasis arthritis

Die folgenden Kliniken haben wir im Juli 2007 für Sie herausgesucht. Die akuelle Liste finden Sie unter www.psoriasis-netz.de/kliniken_shortcut.html
 
Klinik Wendelstein, Rheumazentrum
Kolbermoorer Str. 56 
83043 Bad Aibling 
 
Medizinische Hochschule Hannover
Rheumatologie 
Hannover 
 
Universitäts-Klinikum Carl Gustav Carus
Medizinische Klinik III 
Fetscherstr. 74 
01307 Dresden 
 
Universitätsklinikum Leipzig
Medizinische Klinik u.Poliklinik IV 
Liebigstr. 22 
04103 Leipzig 
 
Klinikum der Martin-Luther-Universität
Klinik Innere Medizin I 
Ernst-Grube-Str. 40 
06120 Halle 
 
Universitätsklinikum Jena
Klinik für Innere Medizin 
Erlanger Allee 101 
07747 Jena 
 
CHARITE CAMPUS MITTE
Medizinische Klinik Abteilung Rheumatologie 
Schumannstr. 20-21 
10117 Berlin 
 
Universitäts-Klinikum Hamburg-Eppendorf
Zentrum für Innere Medizin 
Martinistr. 52 
20251 Hamburg 
 
Universitätsklinikum
Poliklinik für Rheumatologie 
Ratzeburger Allee 160 
23562 Lübeck 
 
Universitäts-Klinikum Campus Kiel
Klinik für Allgemeine Innere Medizin 
Schittenhelmstr. 12 
24105 Kiel 
 
Klinikum Raupennest
Deutsches Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin
Rehefelder Straße 18 
01773 Altenberg 
 
Klinikum Dorothea Christiane Erxleben
Klinik für Dermatologie und Allergologie
Ditfurter Weg 24 
06484 Quedlinburg 
 
Rheumaklinik Berlin-Buch
Akademisches Lehrkrankenhaus der Humboldt-Universität zu Berlin
Karower Straße 11 
13125 Berlin 
 
Helios Klinikum Berlin-Buch
Klinik für Orthopädie und orthopädische Rheumatologie
Hobrechtsfelder Chaussee 96 
13125 Berlin 
 
Immanuel-Krankenhaus
Akademisches Lehrkrankenhaus der Freien Universität zu Berlin
Königstr. 63 
14109 Berlin 
 
MEDIAN Klinik Heiligendamm
Rehabilitationsklinik für Atemwegs-, Herz-Kreislauf-, Hauterkrankungen und Allergien
Zum Strand 1 
18209 Heiligendamm 
 
BARMER Ostseeklinik
Rehabilitationsklinik für Erkrankungen der Atemwege, der Haut,  des Stütz- und Bewegungsapparates, Allergien und Schlafstörungen
Kirchenort 5 
18375 Seebad Prerow 
 
Prävention und Rehabilitation für Kinder und Jugendliche
Evangelische Kur- u. Erholungsstätte
Dünenweg 13 
23946 Ostseeheilbad Boltenhagen 
 
Klinik Nordseedeich
Präventions- und Rehabilitationseinrichtung für Mutter-/Vater und Kind
Deichweg 1 
25718 Friedrichskoog 
 
Nordsee Reha-Klinikum I
St. Peter Ording GmbH & Co. Erste Betriebs-KG
Postfach 70 
25823 St. Peter-Ording 
 
Fachklinik Sylt für Kinder und Jugendliche
Steinmannstraße 52-54 
25980 Westerland/Sylt 
 
Reha Klinik Neuharlingersiel
Interdisziplinäres Therapiezentrum für Allergien, Haut- u. Athemwegserkrankungen
Bettenwarfen 2-14 
26427 Nordseeheilbad Neuharlingersiel 
 
Friesenhörn-Nordsee-Kliniken
Möwenstraße 170 ff 
26434 Wangerland Nordseeheilbad Horumersiel 
 
Allergie- und Hautklinik Norderney
Lippestraße 9-11 
26548 Norderney 
 
Hanseatic-Klinik Norderney
Rehabilitationsklinik für Kinder mit chronischen Atenwegserkrankungen, Hautkrankheiten und Allergien Gartenstraße 47 
26548 Norderney 
 
Nordseeklinik Norderney
Rehabilitationsklinik für Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen, Hautkrankheiten und Allergien Bülowallee 6 
26548 Norderney 
 
Nordseeklinik Borkum
Bubertstr. 4 
26757 Borkum 
 
Klinikum der Justus-Liebig-Universität
Zentrum für Kinderheilkunde - Abt. Rheumatologie Feulgenstr. 12 
35392 Gießen 
 
TOMESA-Fachklinik
Riedstraße 19 
36364 Bad Salzschlirf 
 
Klinik für Dermatologie, Allergie, Phlebologie und Umweltmedizin
Josefstraße 3 
46045 Oberhausen 
 
Rhein-Klinik St. Joseph
Rehabilitationszentrum für Dermatologie, Allergologie und Umweltmedizin
Ahrstraße 100 
47139 Duisburg 
 
Fachklinik Bad Bentheim
Postfach 1437 
48445 Bad Bentheim 
 
DRK-Kurhaus "Im Estersteinpark"
Elversberger Straße 55 
66386 St. Ingbert 
 
Rosentritt-Klinik
Klinik für physikalische und rehabilitative Medizin
Salinenstraße 28 
74906 Bad Rappenau 
 
Alpenpanorama
Fachklinik für Dermatologische Rehabilitation
Panoramastraße 11 
79862 Höchenschwand 
 
Klinikum Innenstadt
Kinderklinik Lindwurmstr. 4 
80337 München 
 
PsoriSol
Fachklinik für Dermatologie und Allergologie
Mühlstraße 31 
91217 Hersbruck 
 
Klinikum der Universität Regensburg
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin I
Franz-Jos.-Strauß-Allee 11 
93053 Regensburg 
 
Spezialklinik Neukirchen
Krankenhausstraße 9 
93453 Neukirchen 
 
Klinik am Steigerwald
Zentrum für traditionelle chinesische Medizin Waldesruh 
97447 Gerolzhofen 
 
Sanaderm
Löffelstelzer Str. 36 
97980 Bad Mergentheim 
 
Klinikzentrum Bad Sulza
Multidisziplinäre Rehabilitations- und AHB Klinik
Rudolf-Gröschner-Str. 11 
99518 Bad Sulza 

Schuppenflechte im Alter

Was ist anders?

Bei 1/3 der Psoriatiker bricht die Schuppenflechte erst aus, wenn sie über 40 Jahre alt sind. Meist verläuft die Krankheit weniger aggressiv und ist nicht vererbt, wie bei Jüngeren.

Wer eine Schuppenflechte hat, leidet oft zugleich an Begleit-Erkrankungen. Weitere Einzelheiten an dieser Stelle. Berichten Sie Ihrem Arzt, welche Beschwerden Sie noch haben. Nur er kann entscheiden, welche Ihrer Krankheiten unbedingt mitbehandelt werden muss, damit die Psoriasis zurückgeht. 
 
Ältere Menschen müssen oft mehrere Medikamente nehmen. Einige typische Wirkstoffgruppen verstärken die Schuppenflechte, andere lösen sie aus. Einzelheiten finden Sie an dieser Stelle. Nennen Sie Ihrem Arzt alle Medikamente, die Sie einnehmen. Nur er kann entscheiden, ob die enthaltenen Wirkstoffe die Psoriasis beeinflussen und welche Alternativen es gibt. 
 
Den natürlichen Prozess der Hautalterung kann man nicht stoppen, sondern nur verlangsamen. Im Alter wird der gesamte Körper schlechter durchblutet, also auch die Haut. Dadurch werden die Hautzellen weniger mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das Fettpolster in der Unterhaut nimmt ab. Die Hautdrüsen sind weniger aktiv und produzieren nicht genug Fett und Feuchtigkeit. Die Haut selbst ist nicht mehr so in der Lage, Feuchtigkeit zu binden, wie früher. Deshalb haben ältere Menschen eine trockenere Haut. Trockene Haut aber fördert die Schuppenflechte und verstärkt den Juckreiz. Das Bindegewebe verliert elastische Fasern. Dadurch ist die Haut weniger glatt, weniger weich und weniger elastisch. Es bilden sich Runzeln und Falten. 
  • Pflegen Sie die Haut mindestens einmal pro Tag mit Wasser-in-Öl-Emulsionen oder lipidreichen Öl-in-Wasser-Emulsionen. Sie sollten feuchtigkeitserhöhende Wirkstoffe enthalten, z.B. 10 % Harnstoff (Urea). 
  • Verzichten Sie auf alkoholhaltige Tinkturen (wie z.B. Franzbranntwein oder Arnika-Tinkturen). Sie trocken die Haut stark aus. 
  • Verzichten Sie auf ausgedehnte und heiße Dusch- oder Wannenbäder. 
  • Verwenden Sie nur milde, seifenfreie Reinigungsprodukte, mit rückfettenden Bestandteilen. Seife, Schaumbäder oder Waschlotionen entfetten die Haut. Die Feuchtigkeit entweicht dadurch schneller. 
  • Meiden Sie Klimaanlagen und stark beheizte Räume bzw. sorgen Sie für genügend Luftfeuchtigkeit. 
  • Trinken Sie viel, möglichst 2 Liter (Wasser) pro Tag. Kaffee entzieht dem Körper Flüssigkeit. 
  • Hören Sie auf zu Rauchen. Rauchen verringert die Durchblutung, auch die der Haut. 
Bestimmte Krankheiten brechen im Alter eher aus und sind leicht mit Psoriasis zu verwechseln: 
  • Nagelpilz an Händen und Füßen oder Pusteln an der Handfläche oder Fußsohle
  • Tumore an der Haut
  • T-Zell-Lymphome (Lymphozyten-Ansammlung in der Haut)
Bestehen Sie auf einer sicheren Diagnose. Im Zweifelsfall bitten Sie den Arzt, eine Hautprobe im Labor nach Psoriasis untersuchen zu lassen. 
 
Ältere Menschen infizieren sich schneller mit Pilzen, wenn sie fettleibig sind, an Durchblutungsstörungen (z.B. der Füße) leiden, sich weniger bewegen, bettlägrig sind, ihre Körper nicht mehr so umfassend pflegen können oder sich eher anstecken, weil sie Medikamente nehmen, die das Immunsystem schwächen. Hefepilze (Candida albicans) aber fördern die Schuppenflechte. Lassen Sie sich auf Hefepilze testen, wenn Sie einen starken Psoriasis-Schub haben und Sie zur „Risikogruppe“ gehören. 
 
Im Alter funktionieren Nieren und Leber nicht mehr so gut, d.h. sie scheiden Giftstoffe schlechter aus. Medikamente können dann stärkere Nebenwirkungen haben. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Sie mit niedrigeren Medikamenten-Dosierungen auskommen, als es im Beipackzettel für Erwachsene angegeben ist. 
 
Jeder weiß, dass durch Sonnenbäder die Haut schneller altert. Das ist für Psoriatiker manchmal schwer zu steuern, weil Ultra violettes Licht die Schuppenflechte zurück drängt. Wenn Sie lebenslang Ihre Psoriasis mit natürlichem oder künstlichem UV-Licht behandelt haben, müssen Sie damit rechnen, Hautkrebs zu bekommen. Im Frühstadium ist ein schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) meist behandelbar. Bei Basaliomen und bei Spinaliomen wird der Wirkstoff Imiquimod (Aldara® 5% Creme) erfolgreich eingesetzt. Kontrollieren Sie Ihre Haut regelmäßig oder lassen Sie sie nach auffällige Hautveränderungen absuchen. Zeigen Sie Ihrem Hautarzt verdächtige Stellen. 
 
Lassen Sie sich nur dann mit UV bestrahlen, um Psoriasisstellen zu behandeln - nicht vorbeugend und nicht, um lediglich den gegenwärtig (guten) Hautzustand zu erhalten. 
 
Literatur: 
Hautkrankheiten und Hautpflege im Alter 
von Otto P. Hornstein, Matthias S. Gruschwitz, Eckart Haneke 
Preis: EUR 164,00 
Sehr teuer! Kann man gebraucht, z.B. im Internet, kaufen. 
 
Mit freundlicher Unterstützung von Dr. med. Martin Miehe, Berlin-Tegel

Juckreiz

... und sie juckt doch
Das Kratzen stoppen, bevor es zur Gewohnheit wird

Juckreiz ist ein Phänomen, dass von der Medizin erst seit 2004 genauer erforscht wird. Davor wurde es von vielen Ärzten bagetellisiert und halbherzig nebenbei mit behandelt.

Inzwischen weiß man mehr über das Jucken, seine Ursachen und möglichen Behandlungen. Die neuesten Erkenntnisse (2012) haben wir in dem Artikel "Wie sich das Kratzen stoppen lässt" zusammengefasst. Der ist zuerst in der Patientenzeitschrift PSO aktuell und dann in gekürzter Form auf dem Internetportal www.Psoriasis-Netz.de erschienen ist. Die markierten Links führen Sie zu dem Artikel.

 

Empfindliche Stellen

Wie behandelt man Schuppenflechte im Gesicht, im Ohr, in Hautfalten, im Genital- oder im Analbereich?

An empfindlichen Stellen des Körpers sollte kein starkes äußerliches Kortison gegen die Psoriasis eingesetzt werden. Als „sensibel“ gelten Gesicht, Ohren, Hautfalten (z.B. unter der weiblichen Brust), Schleimhäute, Genitalien und Analbereich.

Oft werden diese Stellen nicht oder nicht richtig behandelt, weil es Patienten peinlich ist, darüber zu sprechen. Wer ist schon so mutig, seinem Arzt die Psoriasis z.B. im Genitalbereich zu zeigen? Aber gerade an diesen Bereichen kann man viel falsch machen, wenn man selbst daran „herumdoktert“.

Wenn durch eine Psoriasis allein an empfindlichen Stellen die Lebensqualität erheblich eingeschränkt ist, sollte gleich mit innerlich wirkenden Mitteln behandelt werden. Ärzte können anhand eines standardisierten Fragebogens den Dermatologischen Lebensqualitäts-Index (DLQI) ermitteln.

Grundsätzlich sollten Sie an empfindlichen Stellen äußerlich wirkende Präparate mit schwacher Konzentration einsetzen. Im Gesicht und an den Ohren ist die Haut viel dünner. Wirkstoffe werden deshalb viel intensiver aufgenommen als in anderen Haut-Arealen. Bei Falten stößt Haut auf Haut. Der Wirkstoff ist, ähnlich wie unter einer Plastikfolie, eingeschlossen und wirkt dadurch ebenfalls stärker.

Deshalb dürfen Sie auf keinen Fall selbst mit einem äußerlich wirkenden Präparat an diese Stellen gehen, das Sie für andere Körperregionen verschrieben bekommen haben. Die meisten sind dafür ungeeignet! Sie können es aber unbesorgt mit naturheilkundlichen Mitteln oder - etwas vorsichtiger - mit nicht verschreibungspflichtigen Hydro-Kortison-Cremes probieren.

Naturheilkundliche Mittel wirken meist mild und langsam. Sie sind deshalb für sensible Bereiche gut geeignet. Aber sie wirken meist nicht im aktuellen Schub. Es gibt sehr viele pflanzliche Stoffe, die bei der Psoriasis äußerlich eingesetzt werden. Da sie individuell sehr unterschiedlich anschlagen, müssen Sie selbst ausprobieren, was Ihnen eventuell hilft. Zum Beispiel Cremes, Salben, Gels mit Mahonia aquifolium, Weihrauch, Schieferöl (Teer in diesem Fall eher nicht), Aloe Vera, Vitamin B12, Hamamelis virginica (v.a. für „Feuchtgebiete“), Birkenrinde, Avocado, Ringelblume (Calendula), Kombinationen wie „Blankensteiner Psoriasis-Ölmischung“ oder Ayurveda-Präparate. Für Umschläge, Wickel, Packungen und Bäder eignen sich Moore, Torf, Heilerde, Schlicke (Totes-Meer-Schlamm), Zink, Schwefel, Heil-Salze. Schauen Sie beim Kauf genau hin: Je weiter hinten ein Stoff in der Inhalts-Deklaration steht, desto weniger ist davon im Produkt enthalten.

Eine Psoriasis in Gesicht, Ohr, Genital- oder Analbereich und unter Hautfalten, die akut entzündet ist und stark juckt, kann äußerlich wirkungsvoll nur mit reinen Kortisonpräparaten behandelt werden. Es kommen aber nur schwach oder mittelstark wirkende Präparate in Frage. Eine innerliche Therapie ist dann angebracht, wenn Sie stark darunter leiden und Ihr Leben dadurch erheblich beeinträchtigt ist. Beantworten Sie in diesem Fall unbedingt beim Arzt den DLQI-Fragebogen (s.o.).

Mild sind Hydro-Kortison-Cremes, die Sie frei in der Apotheke kaufen können. Ökotest 11/2015 hat nur vier Cremes als „sehr gut“ bewertet: Ebenol® u. Fenihydrocort® mit 0,25%, Hydro Heumann® u. Hydrocortison Hexal® mit 0,5 %. Kinder unter sechs Jahren dürfen ohne ärztliche Anweisung nicht mit Hydrokortison behandelt werden.

Wenn die Psoriasis an empfindlichen Stellen sehr ausgeprägt ist, d.h. großflächig, stark entzündet und schuppig, kann vorübergehend ein stärker wirkendes Mittel eingesetzt werden. Aber nur der Arzt kann entscheiden, was an welchen Stellen und wie lange angewendet werden soll. So dürfen Kortisonpräparate ab Wirkungsklasse III (stark wirksam) weder im Gesicht noch in der Nase aufgetragen werden. Für alle Kortison-Cremes gilt, dass sie nicht ins Auge kommen dürfen. Bei der Anwendung im Genitalbereich ist zu beachten, dass Kondome rissig werden können. Das verursachen die in den Cremes enthaltenen Paraffine.

Vor allem für die empfindlichen Bereiche sollten Kortison-Präparate nicht dauerhaft aufgetragen werden. Gerade dort riskiert man am ehesten, dass die Haut durch das Kortison dünner wird (Atrophie). Meist bildet sich das aber nach Absetzen wieder zurück. Sie sollten die Kortison-Anwendung an sensiblen Stellen möglichst nach zwei Wochen „ausschleichen“, d.h. die Zeitabstände verlängern, in denen Sie die Creme auftragen. Kortisonpräparate dürfen nicht von einem Tag auf den anderen abgesetzt werden. Sonst kann die Psoriasis umso stärker wiederkommen („Rebound“).

Sicherheitshalber sollte vor allem im Genital- oder Anal-Bereich zusätzlich mit einem Anti-Pilz-Mittel behandelt werden.

Vitamin-D3–Präparate wie Daivonex® sind für sensible Körperregionen nicht zugelassen, u.a. weil sie dort Hautreizungen verursachen können. Auf keinen Fall dürfen sie im Genitalbereich angewendet werden. Auch in Kombination mit einem Kortison, wie bei Daivobet®, dürfen empfindliche Regionen nicht mit dieser Wirkstoffgruppe behandelt werden.

Nicht besonders geeignet erscheint der alt-bewährte Psoriasis-Wirkstoff Dithranol. Obgleich er völlig frei von Nebenwirkungen auf Körperorgane und Blutbild ist, wird es in diesem Fall nicht möglich sein, ihn richtig anzuwenden. Dithranol muss nämlich sehr exakt aufgetragen und nach einer Einwirkungszeit wieder völlig entfernt werden. Kommt es auf gesunde Haut oder bleibt es zu lange auf den Psoriasis-Stellen, führt das zu sonnenbrandähnlichen Rötungen – besonders bei dünnen Hautregionen oder dort, wo es schwer auszuwaschen ist.

Einige Ärzte berichten bei Psoriasis in sensiblen Bereichen über gute Erfahrungen mit den Neurodermitis-Wirkstoffen Tacrolimus und Pimecrolimus. Das sind echte Alternativen zum Kortison. Und sie sind für Kinder geeignet. Da sie aber nicht für die Psoriasis zugelassen sind, können sie nur „off-label“ verschrieben werden oder Sie müssen sie selbst bezahlen. Es sei denn, Sie sind gleichzeitig an Neurodermitis (Atopische Dermatitis) erkrankt.

Sollten die Cremes, Emulsionen o.ä. nicht wirken, können die Regionen gegebenenfalls bestrahlt werden. Für gut zugängliche, kleine Stellen ist die erste Wahl die völlig nebenwirkungsfreie Bestrahlung mit Blau-Licht (Philips BlueControl®). Ein Gerät, das man selbst kaufen muss. Beim Arzt ist eine gezielte, nicht die gesunde Haut belastende UV-Bestrahlug nur mit dem Laser oder der Digitalen Fototherapie möglich.

Sensible Körperregionen, die zur Psoriasis neigen, brauchen tägliche Pflege. Dazu greifen Sie besser zu Gesichtsmilch oder wasserhaltigere Cremes und nicht zu fetthaltigen Mitteln. Die sollten ph-neutral sein und keine Duft- oder andere Reizstoffe enthalten. Solange Sie keine offenen Psoriasis-Stellen haben, empfiehlt es sich (außer im Genitalbereich), Cremes mit bis zu 5 % Harnstoff (Urea) zu verwenden. Stärkere Dosierungen (bis zu 15 %) sind für empfindliche Bereiche ungeeignet.

Gesicht
Psoriasis tritt im Gesicht auf im Bereich der Augenbrauen, zwischen Nase und oberer Lippe, im oberen Stirnbereich und dem Haaransatz. Wenn die Stellen nicht behandelt werden, können sie sich „manifestieren“, d.h. sie gehen dann nur noch schwer wieder weg. Aber nicht jede Schupppung im Gesicht (und an anderen Stellen des Kopfes) ist eine Psoriasis. Auch bei Psoriatikern kann es sich um ein seborrhoisches Ekzem handeln. Das merkt der Arzt spätestens dann, wenn die Therapie überhaupt nicht anschlägt. Gesichts-Pso und seborrhoisches Ekzem müssen nämlich unterschiedlich behandelt werden. Wenn der Hautarzt sich nicht völlig sicher ist, sollte er eine Gewebeprobe entnehmen und untersuchen lassen (Biopsie). Es gibt auch Fälle, in denen die Schuppung im Gesicht eine Mischung von Psoriasis und Ekzem ist („Sebopsoriasis“).

Wenn Sie Ihre Psoriasis-Stellen, vor allem im Gesicht, kosmetisch verbergen wollen, können Sie erst einmal vorsichtig ein gängiges Camouflage-Make-Up testen. Sollte es brennen, müssen Sie es wieder absetzen. Reizarme Abdeck-Cremes gibt es in der Apotheke oder Sie greifen gleich auf Naturkosmetika zurück. Wer bisher Creme-Rouge verwendet hat, sollte probieren, ob Puder-Rouge die Stellen nicht genauer abdeckt. Die Kosmetika dürfen aber nicht auf entzündete, offene, blutige oder nässende Stellen aufgetragen werden. Es wird auch nicht möglich sein, starke Schuppungen (Plaques) zu verdecken. Als medizinisches Kosemetikum zählt die Anti-Rötungscreme letiSR®. Im Internet findet man ebenfalls Schmink-Tipps für Psoriatiker. Siehe auch: Techniken und Tricks zur Kaschierung von Schuppenflechtenstellen.

Piercing reizt die Haut (Köbner-Effekt) und provoziert neue Psoriasis-Herde.

Augen
Die Psoriasis kann auch am oberen Augenlid und an den Augenbrauen auftreten. Schwellt das Augenlid an, entzündet es sich und bilden sich kleine Schuppen, kann das die Bindehaut oder die Hornhaut reizen. Deshalb sollte man eine Psoriasis am Auge nicht verschleppen.

Die Brauen können wie andere Stellen im Gesicht behandelt werden. Beim Augenlid ist es schon komplizierter, weil sehr viele Psoriasis-Wirkstoffe nicht in die Augen kommen dürfen. Neben einer Creme mit einem milden Wirkstoff könne man die Stellen auch mit Bepanthen® Augensalbe behandeln. Wenn Sie das Augenlid mit einem Wirkstoff behandeln, nehmen Sie bitte nicht den Finger, sondern ein Wattestäbchen.

Ohren
Eine Psoriasis findet sich oft hinter dem Ohr, in der Ohrmuschel und im Gehörgang. Viele kratzen sich die Stellen immer wieder auf, weil sie jucken oder nur einfach stören. Das verstärkt die Schuppenflechte (Köbner-Effekt) und die Stellen können sich leichter infizieren. Für den Ohrbereich gelten die am Anfang erläuterten Hinweise. Meist wird der Hautarzt eine kortisonhaltige Tinktur verschreiben. Tinkturen enthalten aber Alkohol und trocknen die Haut aus. Deshalb muss in diesem Fall mit einer Pflegecreme rückgefettet werden. Einfacher ist es, das innere Ohr vorsichtig mit einer Milch oder noch besser mit einer Creme zu behandeln. Manchmal wird das Innerohr so trocken, dass nur noch eine Salbe hilft. Alle Präparate sollten Sie mit Wattestäbchen auftragen. Cremes und Salben nur so dünn, dass möglichst wenig Rückstände bleiben. Wenn Sie den Gehörgang behandeln, müssen Sie eventuell regelmäßig das Ohr ausspülen. Am besten mit einer speziellen Gummi-„Ohrspritze“ und warmem Wasser bzw. Öl.

Analbereich
Eine Psoriasis am After merken Sie zuerst daran, dass des dort furchtbar juckt. Bitte verschweigen Sie das dem Arzt nicht aus Scham! Sie muss unbedingt behandelt werden. Eine Psoriasis kann sich in der Anal-Falte entwickeln oder in der Anal-Öffnung. Der Arzt muss sich zuerst absichern, ob es sich nicht um ein Anal-Ekzem handelt. Wenn die Haut zwischen den Gesäßbacken gerissen ist, deutet das auf Schuppenflechte hin.

Die Psoriasis kann durch falsches Toilettenpapier stärker gereizt werden. Benutzen Sie möglichst weiches und trockenes Papier. Feuchtes Papier mit Konservierungs- und Duftstoffen kann Reizungen hervorrufen. Sie müssen besonders auf Sauberkeit achten, weil sonst Schadstoffe in die blutig gekratzten Stellen eindringen können. Dadurch wird die Entzündung noch schlimmer. Außer mit Toilettenpapier gibt es andere Möglichkeiten, sich im Analbereich hygienisch zu säubern. Zum Beispiel mit (lauwarmem) Wasser. Ein Bidet wäre die ideale Lösung, hat aber kaum einer.

Für den Analbereich sind alle am Anfang erläuterten Therapien möglich. Aber der Arzt muss kontrollieren, ob Sie zusätzlich Pilze oder Bakterien haben und diese dann mitbehandeln.

Zwischen den Gesäßbacken ist es meist feuchter, als in anderen Regionen, z.B. durchs Schwitzen. Mit gerbstoffhaltigen Präparaten kann man diese Region nicht nur trocken legen, sondern auch gleichzeitig den Juckreiz lindern und Bakterien und Pilze eindämmen. Rezeptfrei in der Apotheke gibt es z.B. Tannosynt® oder (das etwas teuere) Tannolact®. Gerbstoff darf nicht in die Augen kommen. Alternativ kann man zum Austrocknen eine Wund und Heilsalbe mit Zink-Zusatz nehmen.

Penis
Besonders schmerzhaft kann die Psoriasis auf der Außenhaut des Penis oder auf der Eichel sein. Auch am Hodensack kann sie auftreten. Durch weite (Unter-) Hosen können Sie verhindern, dass diese Stellen unnötig gereizt oder noch verschlimmert werden. Schwierigkeiten kann es bei der Sexualität geben. Es gibt sehr viele Männer, die über ihr Psoriasis am Penis nicht reden und darüber völlig verzweifelt sind. Sie ziehen sich dann zurück und meiden Sexualkontakte. Aber Partnerin bzw. Partner und Arzt müssen wissen, dass und warum Sie Schmerzen beim Sex haben. Nur so können Sie gemeinsam eine Lösung suchen. Wenn Sie sich nicht trauen, darüber zu sprechen, holen Sie sich unbedingt Hilfe von Außen! Entweder bei einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstellen, wie z.B. dem „sozial-medizinischen Dienst“.

Gerade am Penis dürfen Sie sich nicht selbst mit Mitteln behandeln, die Ihnen der Arzt für andere Hautregionen verschrieben hat, weil die Haut extrem dünn ist. Es gelten die gleichen Behandlungsschritte, wie im Analbereich.

Diät bei Schuppenflechte

Für die Schulmedizin gibt es keine eindeutige Diät, bei der nachgewiesen ist, dass sie die Psoriasis zurückdrängt. Naturmediziner dagegen bestehen darauf, dass nur derjenige langfristig seine Psoriasis im Griff hat, der seine Ernährung umstellt. Es ist bekannt, dass einzelne Nähr- und Vitalstoffe, Vitamine und Genussmittel auf die Haut und auf Entzündungsprozesse wirken. Ob sie dann die Psoriasis tatsächlich beeinflussen, ist nicht bewiesen. Manche Diätexperten empfehlen etwas, von dem andere wiederum abraten. Probieren Sie am besten aus, welche Ernährungsvorschläge Ihnen gut tun und welche nicht. Aber erwarten Sie nicht zu viel: Mit einer gesunden, vollwertigen Ernährung allein werden Sie Ihre Schuppenflechte nicht bessern können. Es ist immer die Summe aller Maßnahmen, die Ihren Gesundheitszustand letztendlich verbessert: Therapie, Hautpflege, Diät, innere Zufriedenheit, wenig Stress, ausreichend Schlaf, wenig Alkohol und Nikotin und viel Bewegung (Sport). Sie sollten Ihre Krankheit als Chance nutzen, schlechte Gewohnheiten allmählich abzulegen. Methoden wie „Ordnungs-Therapie“ oder „Mind-Body-Medicine“ helfen Ihnen dabei. Wenn Sie sich für eine der unten aufgeführten Diäten entscheiden, sprechen Sie das bitte unbedingt vorher mit Ihrem Arzt ab, damit sich langfristig keine Mangelerscheinungen einschleichen.
 
Naturheilkundler sanieren bei Psoriatikern am Anfang einer Diät den Darm. Der soll gereinigt, entschlackt und entgiftet werden. Dazu dienen Darmreinigungen oder Fastenkuren, selbstverständlich unter ärztlicher Betreuung. Gerade bei schweren Verlaufsformen der Psoriasis ist eine Fastenkur sinnvoll. In der esoterischen Medizin testet die Kinesiologie, welche Nahrungsmittel oder Zubereitungsformen in individuellen Fällen zu neuen Schüben oder Juckreiz führen. Die "Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie" hat diese Methode in einer Doppel-Blind-Studie widerlegt
 
Einige der vorgeschlagenen Nahrungsstoffe können im Einzelfall Allergien auslösen (z.B. Soja). Erwarten Sie keine Wunder. Da nicht alles bei jedem gleich wirkt, sollten Sie selbst beobachten, auf welches Lebensmittel ihre Haut oder Ihre Gelenke reagieren. Machen wir uns nichts vor: Es ist ungeheuer schwierig, Ess- und Trinkgewohnheiten zu ändern. Das geht nur allmählich und setzt voraus, dass Sie sich nicht zu hohe Ziele setzen. Wer sich zu einer drastischen Diät zwingt, kann schnell an Lebensqualität verlieren. Methoden der sanften Umstellung sind die "Body-Mind-Medicine" und die "Ordnungstherapie".
 
Allgemeine Ernährungsrichtlinien für Psoriatiker
 
• Fettzufuhr strikt reduzieren, vor allem tierische Fette. Mehr ungesättigte Fettsäuren (Omega-3) von See- oder Kaltwasserfischen wie Makrelen, Heringe oder Lachs oder Sardinen. Frischer Fisch ist zu bevorzugen, weil er andere wertvolle Nahrungsstoffe enthält, z.B. das wichtige Vitamin D. Aber konservierter, eingelegter, gekochter oder gepökelter Fisch enthält genauso viel Omega-3-Fettsäuren. Weniger gesättigte Fettsäuren aus Fleisch, Wurst, Butter, Käse oder Bratfette wie Kokosfett. 
 
• Lebensmittel mit viel Arachidon-Säure sollten unbedingt vermieden werden, weil sie Entzündungen fördern. Diese ungesättigte Fettsäure findet man in allen tierischen Produkten, vor allem aber in Schweineschmalz, Schweineleber, Eigelb, Thunfisch und Leberwurst, aber auch Kuhmilch. Zucker beschleunigt die Aufnahme von Arachidon-Säure im Körper, linolsäurehaltige Pflanzenöle (Sonnenblume, Distel) unterdrücken deren natürliche Gegenspieler (z. B. Omega-3-Fettsäuren). Quelle: Wikipedia
 
• Nur kaltgepresste Öle sind ohne Hitzeeinwirkung und chemische Zusätze hergestellt. Hochwertige Pflanzenöle und -margarinen dürfen niemals stark erhitzt werden, weil dadurch die Fettsäuren verändert werden. Je nach Fettsäure werden Entzündungen im Körper gehemmt oder gefördert.
 
• Vollwertige Ernährung heißt Vollkorngetreide, Sojabohnen, Kartoffeln, tägliches Gemüse, Obst und gekeimtes Getreide. 
 
• 1/3 der pflanzlichen Lebensmittel als Rohkost zu sich nehmen, weil erhitzte Speisen weniger Vitalstoffe enthalten. Tiefgefrorenes ist zu unrecht verschrien, weil es "schockgefroren" ist und weniger Nährstoffe verloren gehen, wie bei langen Transportwegen. Frischobst und rohes Gemüse nicht zerkleinern oder erst nach dem Waschen bzw. kurz vor dem Garen schneiden. Damit bleibt die Angriffsfläche von Luft und Wasser gering. Gemüse und Obst gründlich aber nicht zu lange waschen und nicht in Wasser stehen lassen, weil sonst wasserlösliche Vitamine verloren gehen. Kartoffeln mit der Schale zubereiten. Flüssige Rohkost sind naturbelassene Obst- und Gemüsesäfte. Lebensmittel, die nicht roh verzehrt werden, sollten schonend zubereitet werden (z.B. im Dampfkochtopf). Fest schließende Deckel, damit Vitamine nicht verfliegen. In wenig Flüssigkeit garen und Kochwasser als Suppe oder Sauce verwenden. 
 
• Psoriatiker benötigen mehr Eiweiß, weil auf den Krankheitsherden (Plaques) viel davon verloren geht. Tierisches Eiweiß meiden. Stattdessen sollten Sie gesäuerte Milch und daraus hergestellten Produkte zu sich nehmen, vor allem aus rechtsdrehender Milchsäure. Aber auch Hülsenfrüchte, vor allem Soja decken den Bedarf. 
 
• Ausreichend Ballaststoffe, weil der träge Darm im Verdacht steht, die Psoriasis zu fördern. 
 
• Kräuter und Zwiebelgewürze, z.B. vom Fensterbrett, keine Gewürze aus Samen oder Blütenstand (Nelken, Kümmel, Senf, Muskatnuss, Zimt), keine Gewürze mit chemischen Zusätzen, Konservierungsmittel oder Zucker.
 
• Wenig oder keinen Zucker, weil der ein Vitamin B-Räuber ist und den Hefepilz Candida albicans ernährt. Zucker beschleunigt die Aufnahme von entzündungsfördernder Arachidon-Säure im Körper.
 
• Hautkranke brauchen viel Vitamin A. Das ist der Schutzstoff der Haut und der Hornhaut, ist wichtig für die Erneuerung der Zellen und gegen trockene, rauhe, spröde und faltige Haut. Empfohlen ist täglich 4 mg Beta-Caroten z. B. durch 100 g gekochten Grünkohl, Spinat oder Karotten, aber auch aus Orangen, Tomaten, Paprika und Mais. Vitamin A findet man ebenfalls in Milchprodukten. 
 
• Eine Tagesration von 14 mg Vitamin E, z. B. durch einen Teelöffel Weizenkeimöl, einen Esslöffel Sonnenblumenöl oder 60g Haselnüsse. Es stimmt leider nicht, dass Broccoli, Karotten oder Wirsing vor Krebs schützen. 
 
• Jod sorgt dafür, dass die Haut nicht austrocknet und ist im Jodsalz enthalten. 

• Wenn das Spurenelement Zink fehlt, führt das zu schubweisen Hautveränderungen. Lassen Sie bei Gelegenheit Ihren Zinkspiegel messen. 
 
• Viel trinken zum Beispiel Wasser oder grünen Tee. Trinken Sie täglich mindestens 1 l Mineralwasser zusätzlich. Wassermangel führt zu sichtbar trockener, fader und welker Haut. Wenig oder kein Alkohol verbessert den Hautzustand. Manche behaupten, Kaffee verdünnt die Haut. Ein generelles Verbot von Wein und anderen Traubenprodukten ist aus schulmedizinischer Sicht unbegründet. 
 
• Übergewicht unbedingt vermeiden, denn Schwitzen, Reibung und starke Gelenkbelastung fördern die Psoriasis. Es ist erwiesen, dass das Bauchfett Entzündungsprozesse im Körper anfeuert. Fettleibigkeit (Adipositas) ist eine Begleiterkrankung der Psoriasis.
 
 
Spezielle Diäten 
Keine dieser Diäten kann für sich beanspruchen, deutlich und allgemeingültig die Psoriasis abzumildern. Für jeden dieser Ansätze gibt es positive Erfahrungsberichte, die aber auch Placebo-Effekte sein können. Wir empfehlen, sich seriös und aktuell über die jeweilige Diät zu informieren und selbst zu entscheiden, ob man sie ausprobieren will.
 
Weitere Hinweise auf Broschüren mit Ernährungstipps und Rezepten finden Sie hier unter Tipps.
 
Hefepilz-Diät
Der Darmpilz Candida albicans steht im Verdacht, Psoriasis-Schübe zu fördern. Daraus leitet sich eine zuckerfreie und kohlehydratarme Kost ab. Kein Zucker, keine zuckerhaltigen Lebensmittel, keine süßen Früchte, keine Frucht- und Obstsäfte, keine Rote Grütze. Süßstoff ist erlaubt! Wenig Kartoffeln, Nudeln, Reis, Weißbrot, Brötchen, Toast, Bohnen, Linsen, Erbsen, Öle, Fette. Stattdessen sauer, salzig, würzig, faser- und ballaststoffreich: Salatblätter und -sprossen mit Essig, Zitrone, Joghurt und Kräutern, Gemüse, Pilze, geronnene Milchprodukte wie Dickmilch, Buttermilch, Kefir, Molke, Quark, Eiergerichte, Wurst, Fleisch, Geflügel, Fisch, Mineralwasser, Gemüsesäfte, Bier, trockener Wein, Sekt, Kaffee, Tee, Nüsse, Knäcke- und Knusperbrot. 

Getreidelose Diät (Glutenfreie Kost)
Verzichtet auf glutenhaltige, Ge­treideeiweiß enthaltene Le­bensmittel. Drei Monate verzichtet man auf Gerste, Roggen, Weizen, Hafer, Bulgur, Getreideflocken, Couscous, Mehl, Teigwaren, Backpulver und Bier. Beraten Sie sich mit einem Arzt, bevor Sie sich entscheiden, eine glutenfreie Diät zu versuchen. 

Säurefreie und allergiearme Kost
Angenommen wird, dass wir zu viel säurehaltige, aber zu wenig basische Nahrungsmittel zu uns nehmen. Diese Diät wird besonders empfohlen bei Psoriasis Arthritis. Säuren verhalten sich im Körper immer aggressiv und führen zu Schäden, die dann auf­wän­dig ausgeglichen werden müssen. Basenspender sind Hirse, Buchweizen, Amaranth, Quinoa und vor allem Kastanienmehr. Gering säurebildend sind Gerste, Hafer und Naturreis. Kartoffeln sind hervor­ragende Basen­spender, Sojaprodukte und Salzseealgen (Blaualgen) gehören zu den stärksten. Mine­­ral­­salze können den Körper entsäuern, vor allem Natronpulver. Yucca-Pulver in einem Öl-Wasser-Gemisch verteilt die Nährstoffe im Körper am besten und entzieht hartnäckigen Pilz­erkrankungen den Boden. Heilerde und frisch gepresste Kartoffelsäfte sind gegen akute Über­säuerung des Magens. Geächtet werden „gesunde“ Lebensmittel wie z.B. Sauermilchgetränke, Früchtetees, Obstsäfte, säurereiche Mineral­wasser, saures Obst, Weizen, Roggen, Dinkel, Tomaten.

Fumarsäure-Diät (Schäfer-Diät)
Psoriasis soll dadurch hervorgerufen werden, dass im Körper zu viel Fumarsäure verbraucht wird. Deshalb sollten Lebensmittel gemieden werden, die das bewirken: Pfeffer, Gewürznelken, Senf, Muskat, Kümmel, Anis, Paprikapulver, Zimt, Haselnüsse, Walnüsse, Erdnüsse und Erdnussöle, alle Zitrusfruchtschalen, Traubenweine und entsprechend Produkte, Käsesorten mit Schimmelpilz an der Oberfläche. Auch sollte man grundsätzlich auf Fertigmenüs, Tiefkühlkost, Kantinen- oder Restaurantessen verzichten, weil nicht zu kontrollieren ist, welche dieser Stoffe in der Industriekost enthalten sind.
Siehe auch: Abwechslungsreiche Diät bei Psoriasis: So meiden Sie persönliche Auslöser von Niels Carstensen, Günther Schäfer, Monika Brennecke

Juckreiz-Diät
Lebensmittel, die Juckreiz verstärken, sollten in akuten Situationen gemieden werden: Alkohol, stark gewürzte Speisen und Nahrungsmitteln mit hohem Histamingehalt (z. B. geräucherter Fisch, lang gereifter Käse, Rohwurst, abgehangenes Fleisch, Tomaten, Ketchup, Tomatenmark, Spinat, Avocado, Aubergine, Sauerkraut, saure Gurken, Sellerie, Rotwein, Weißwein, Sekt, Dessertwein, Likör, Bier, Geliermittel, Emulgatoren, Geschmacksverstärker, Anti-Oxidationsmittel, Süßstoff. Manche meiden generell scharfe Gewürze, Bitterschokolade, scharfen Käse, nur konzentrierten Alkohol, starken Bohnenkaffee oder schwarzen Tee. 

Schaukel- oder Zick-Zack-Diät (DPB)
JedeVeränderung verbessert den Hautzustand. Die Ernährung soll alle vier bis sechs Wochen umgestellt werden, indem man in diesem Zeitraum nur noch die folgenden der fünf Lebens­mittelgruppen zu sich nimmt: 1. saure Speisen (Sauermilch, Sauerkraut), 2. Diätkur-Molke aus dem Reformhaus beziehungsweise täglich einen Liter Buttermilch, 3. fleischfreie Ernährung (erlaubt ist Truthahnfleisch), 4. fettfreie Ernährung oder 5. vegetarische Ernährung (keinerlei tierische Lebensmittel, also auch keine Milchprodukte).

Hajek-Therapie
Orientiert sich an den Grundprinzipien der Kneippkur. Leicht verdauliche Nahrung unter sehr geringer Verwendung tierischer Fette (incl. Butter und Vollmilch), keine reizbare Speisen und Genussmittel wie Kaffee, Alkohol, harte Käsesorten und reizende Nahrungsmittel, wie Knoblauch, Zwiebeln, Paprika.

Milch-Semmel-Kur (Mayrkur) 
Essvorschriften nach Dr. Mayr, d.h. ausschließlich altbackene Semmeln, altes Weißbrot oder Knäckebrot. Dazu 1 l Butter- oder Sauermilch, Mineralwasser, Obst- u. Gemüsesäfte, ungesüßter Kräutertee. Ggf. Glaubersalzlösung.

Psoriasis Arthritis (PsA)
Es gelten die gleichen Diätempfehlungen, wie für Rheumakranke. Aber auch für die PsA sagen alle Experten, dass es nicht  d i e  Rheuma-Diät gäbe.

 

 

 

Kopfhaut

Die meisten Menschen, die Schuppenflechte haben, sind auch am Kopf davon betroffen. Auch diese Form der Psoriasis ist chronisch. Das heißt, man kann zwar über längere Zeit erscheinungsfrei bleiben, aber sie wird aber immer wieder auftreten. Äußerst selten gibt es Spontanheilungen. Deshalb seien Sie misstrauisch, sollte Ihnen jemand versprechen, ihre Schuppenflechte auf dem Kopf endgültig zu „heilen“.

Peinliche Schuppen
Wenn sich die Psoriasis auf der Kopfhaut ausbreitet, möchte man am liebsten jede Schuppe einzeln entfernen. Die Haut ist angespannt und stark entzündet, in schlimmen Fällen stark verkrustet. Immer wieder ertappt man sich beim Kratzen. Das Jucken geht davon selten weg, stattdessen hinterlässt man überall seine Kopfschuppen: auf der dunklen Bekleidung, dem Teppich oder dem Sofa oder am Arbeitsplatz. Vielen ist das peinlich, vor allem wenn sie angestarrt wegen der roten Flecken, die bis in die Stirn hineinragen können. Unangenehm kann es sein, wenn der Friseur einen wegen der Schuppen anspricht, weil man ihn vorher nicht informiert hat. Die Kopf-Psoriasis lässt sich schlecht verbergen. Das kann im Privatleben wie im beruflichen Alltag sehr unsicher machen. 

Die Schuppenflechte auf dem Kopf kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Für alle Formen gilt, dass die Kopfhaut möglichst wenig gereizt werden darf, weil das die Psoriasis verstärken kann (Koebner- oder Rebound-Effekt). Nicht nur Kratzen ist problematisch. Man sollte seine Haare möglichst nicht heiß fönen, färben, tönen, keine Dauerwelle machen lassen oder Haarspray benutzen. Es ist nicht gut, sehr lange eine Kopfbedeckung zu tragen. Wenn Schuppen ausgewaschen werden, ist die Haut dabei möglichst sanft und nicht aggressiv zu behandeln.

Die Psoriasis auf der Kopfhaut wird in drei Schritten behandelt:

  1. Schuppen ablösen
  2. Schuppen auswaschen
  3. Schuppenbildung unterdrücken
 
1. Schuppen ablösen
Das Fertigpräparat Loyon® löst, im Unterschied zu bisherigen Mitteln, die Schuppen rein physikalisch. Silikonöl dringt in die Plaques eindringt und zerstört ihren Zusammenhalt. Es gibt keine Unverträglichkeiten und ist gut geeignet für Kinder und Schwangere, für die Salicylsäure nicht in Frage käme. Aber die Kassen zahlen es nicht.
Meist aber wird Salicylsäure (3-15%) empfohlen, entweder in Vaselin, Olivenöl oder in einer leicht auswaschbaren Salbe. Ist die Kopfhaut stark entzündet, kann außerdem Kortison und Teer hinzugefügt werden. In weniger starken Fällen reicht es aus, nur Öl zum Entschuppen zu nehmen. Steinkohlenteer enthält krebs¬auslösende Stoffe, wenn auch sehr niedrig dosiert. Trotzdem darf es nicht in der Schwangerschaft, Stillzeit oder im Säuglingsalter verwendet werden.
 
2. Schuppen auswaschen
Danach wird die Kopfhaut gewaschen. Zuerst lässt man ein normales, mildes Shampoo 3-5 Minuten einwirken, damit sich möglichst viele Schuppen lösen können. Dann lässt man noch einmal ein medizinisches Haarwaschmittel einwirken. Lösen Sie die Schuppen aber nicht mit Gewalt, d.h. rubbeln Sie nicht zu stark auf der Kopfhaut und meiden Sie scharfen Kämme oder Bürsten.
Oft verliert man beim Auswaschen der Schuppen deutlich mehr Haare als sonst. Das ist normal, weil Haare an den Schuppen kleben. Keine Angst, im Normalfall erneuern sich diese Haare wieder, solange die Wurzeln nicht beschädigt sind.
 
3. Schuppenbildung unterdrücken
Es gibt viele Möglichkeiten, die Kopfhaut zu behandeln. Bei der Psoriasis kann ein Mittel, das für einige Zeit hilft, irgendwann nicht mehr wirken. Es gibt starke und milde Präparate. Jeder Psoriatiker muss im Laufe seines Lebens ausprobieren, welchen Therapien er vertraut, welche er ausprobieren will oder welche er erneut anwenden möchte. Es gibt nicht die eine Behandlung, die für alle gleich gut ist. Grundsätzlich aber sollte man alles mit dem behandelnden Arzt besprechen. Auf jeden Fall muss der Haarboden regelmäßig, d.h. einmal wöchentlich rückgefettet werden z.B. mit Oilatum® Seife. Das ist besonders notwendig, wenn man alkoholhaltige Tinkturen (Lösungen) benutzt, weil die die Haut austrocknen.
 
Manchmal reicht ein Shampoo
Bei einer leichten Kopfpsoriasis reicht es oft aus, ein gutes Shampoo zu benutzen, das speziell für Psoriatiker entwickelt wurde. und z.B. Pyrithion-Zink oder Ketoconazol enthält. Außerdem gibt es Shampoos mit Steinkohle-Teer als Fertigpräparat oder als Rezeptur. Die müssen aber vom Arzt verschrieben werden. Nicht verschreibungspflichtig sind Shampoos mit schwefelhaltigem Schiefer. Die werden oft mit teerhaltigen gleichgestellt, sind aber deutlich milder.
 
Pech und Schwefel
Reicht das nicht aus, kann man die Kopfpsoriasis direkt mit schwefelhaltigen Schieferölen (z.B. Ichthyol® Creme, Crino Cordes®N) behandeln. Die gibt es rezeptfrei. Sie gelten als Alternative zu den verschreibungspflichtigen Steinkohlenteer-Produkten (Tarmed®, Berniter® Kopfhaut-Gel, Polytar®-Lösung, zu teuer dagegen ist Exorex®). Preisgünstiger ist es, sich das Teer-Shampoo als Rezeptur in der Apotheke anmischen zu lassen.
 
 
Keine Angst vor Kortison
Ist die Kopfhaut stark entzündet und hat sie viele Schuppen, werden üblicherweise erst einmal kortisonhaltige Präparate verschrieben. Die gibt es in unterschiedlichen Stärken (Wirkstoffklassen). Je nach Schwere des Befalls wird mit einem mehr oder weniger starken Kortisonpräparat behandelt. Kortison auf der Kopfhaut verursacht keine oder sehr geringe Nebenwirkungen. Trotzdem sollte man Kortison auch auf dem Kopf nicht über längere Zeit anwenden. Nach vier bis sechs Wochen ist es angebracht, allmählich zu einem anderen Wirkstoff zu wechseln („ausschleichen“). Seit Neuestem wird aber auch die Ansicht vertreten, gerade Kombinationsprodukte (Calcipotriol + das Kortison Betamethason) nicht mehr abzusetzen, sondern nur die Dosis zu verringern (z.B. 1 x wöchentlich). 
Man kann den Kopf mit Tinkturen, Schäumen oder Shampoos behandeln. Die alkoholhaltige Tinktur darf auf keinen Fall auf die Gesichtshaut oder in die Augen gelangen. Schaum (Deflatop®, Clarelux®) dagegen fließt nicht weg. Mit Clobex® Shampoo lässt man ein hochwirksames Kortison kurz einwirken und wäscht es dann wieder aus. Cremes und Salben sind eher für die Nacht als Kopfpackung geeignet. Sie lassen sich nicht so leicht auszuwaschen, sind aber sehr wirkungsvoll und fetten zugleich. An den Hinterkopf kommt man mit einer entsprechenden Spiegelkonstruktion z.B. im Bad. Bequemer ist es, wenn man jemanden hat, der einem das aufträgt.
 
Vitamin D - Die Sonne in der Tube
Anstelle von Kortison kann man auch Vitamin-D3-Abkömmlinge auftragen: Für die Kopfhaut ist die Curatoderm® Emulsion mit dem Wirkstoff Tacalcitol sehr geeignet. Emulsion bedeutet, es ist pflegendes Fett enthalten. Der Wirkstoff Calcipotriol wird als alkoholhaltige Tinktur (z.B. Lösungen von Psorcutan® oder Daivonex®) angeboten. Auch für die Kopfhaut soll es wirksamer sein, wenn Calcipotriol mit einem Kortison (Betamethason) kombiniert wird: Die Präparate heißen Xamiol® oder Daivobet Gel® und sind als Dauertherapie gedacht. 
Kortison und Calcipotriol sollten Sie nur auf die entzündeten Stellen und nicht großflächig auf die gesamte Kopfhaut auftragen. Dazu scheitelt man das Haar abschnittsweise und behandelt nur die Psoriasis-Stellen.
 
Dithranol - nebenwirkungsfrei
Das älteste und weiterhin sehr wirkungsvolle Mittel ist Dithranol. Es ist der einzige Wirkstoff, von dem im medizinischen Sinne keine Nebenwirkungen bekannt sind. Trotzdem sind die Dermatologen davon abgekommen, es für die Kopfbehandlung zu Hause zu verschreiben. Die Behandlung ist nicht nur aufwendig, sondern die klassischen Dithranol-Mixturen verfärben alles, womit sie in Berührung kommen. Sollten Sie den Wirkstoff ausprobieren wollen, lassen Sie sich Micanol® verschreiben, weil das deutlich weniger färbt.
 
Naturheilmittel und Bestrahlung
Für nicht so hartnäckige Fälle kann man es durchaus mit Naturheilmitteln probieren. Zwei sanfte, aber durchaus wirkungsvolle Cremes für den Kopf sind Belixos® und Rubisan® mit dem Wirkstoff Mahonia Aquifolium. Sie können es auch mit Psorelia® Weihrauch-Creme oder Psorasom forte®, einer Fumarat-Creme, probieren.
 
Eine weitere Möglichkeit ist es, die Kopfhaut mit UVB- Licht zu bestrahlen. Die Krankenkassen bezahlen einen entsprechenden Lichtkamm, wenn der Arzt ihn verschreibt.
 
Innerliche Therapien
Nur in sehr schweren Fällen oder wenn zusätzlich weitere Körperareale stark betroffen ist, sollte man bei Kopf-Pso Medikamente einnehmen. Eine so genannte „systemische“ Behandlung wirkt meist besser, hat aber auch deutlich stärkere Nebenwirkungen. Wirkstoffe sind Methotrexat (MTX), Fumarsäure-Ester (Fumaderm®), Retinoid (Neotigason®), Ciclosporin (Sandimmun®) oder die Biologika.
 
Versuchen Sie es auf die sanfte Art
Grundsätzlich gilt, erst die schwächeren, nebenwirkungsärmeren Therapien auszuprobieren und nur dann zu stärkeren Mitteln zu greifen, wenn sich die Kopf-Pso hartnäckig hält. Sie müssen sehr geduldig sein, keine Angst vor Rückschlägen haben und sich bewusst sein, dass Sie vermutlich den Rest Ihres Lebens mit der Psoriasis auskommen müssen. Versuchen Sie nicht mit aller Gewalt etwas ändern zu wollen, was sich nicht völlig ändern lässt.
Einige Rezepte für den Kopf hat uns Professor Erich Schubert von der Sanaderm-Klinik verraten. Sie finden sie an dieser Stelle als PDF-Datei.
Anfang 2010 wurde die Empfehlung einer Expertenkommission veröffentlicht, in welchem Fall die Kopf-Pso mit welchem Mittel behandelt werden sollte.

 

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